Säkulare Flüchtlingshilfen laden zum Mitmachen ein

Säkulare Flüchtlingshilfe lädt zum Mitmachen ein
27.05 | 19.00 Uhr | Onlinetreffen | Die Humanistische Initiative und die Giordano-Bruno-Stiftung Schleswig-Holstein laden Stefan Paintner und Dittmar Steiner von der Säkularen Flüchtlingshilfe Deutschland zu einem Publikumsgespräch. Anmeldungsmail an: jcp@humini.de

Dittmar Steiner und Stefan Paintner berichten über die Situation von geflohenen Apostaten und Atheisten, die aus religiösen Gründen in ihren Heimatländern mit dem Tode bedroht werden. Hierzulande geht die Verfolgung oft weiter. Die Politik, aber auch Menschen, die beispielsweise in den Erstaufnahmeeinrichtungen arbeiten, sind sich oftmals wenig bewusst, welcher besonderen Gefährdungslage säkulare Geflüchtete auch bei uns ausgesetzt sind. Die Säkulare Flüchtlingshilfe Deutschland leistet hier Aufklärung, aber auch konkrete Hilfe bei der Integration. – Vortrag und Gespräch.

Die Veranstaltung findet über das Video-Konferenz-Programm „Zoom“ statt. Wer daran teilnehmen möchte, schickt bitte eine kurze E-Mail mit seinem Anmeldungswunsch an Jan-Christian Petersen von der Humanistischen Initiative: jcp@humini.de

Stellen Sie sich vor, der deutsche Staat tötet Sie, weil Sie aus der Kirche austreten. In vielen muslimischen Ländern ist dieses Szenario in Bezug auf den Islam real. Insbesondere der Abfall vom Glauben wird in 13 muslimischen Ländern mit dem Tode bestraft. Auf minderschwere Blasphemievergehen, die mit Folter und Gefängnis geahndet werden, folgen häusliche Gewalt und Ehrenmorde (insbesondere an Frauen) sowie gesellschaftliche Ächtung. Die Menschen fliehen. In deutschen Flüchtlingsunterkünften geht die Verfolgung oft weiter. Nichtgläubige fallen dort durch ihren unreligiösen Lebensstil auf. Sie leben schlichtweg normal. Sie essen normal, kleiden sich normal. Es sind die Vertreter einer offenen Gesellschaft. Oftmals sind diese säkularen Geflüchteten gut ausgebildet und leicht zu integrieren, eben weil sie genau die Werte leben, die unsere Wertegemeinschaft auszeichnen.

Allerdings werden säkulare Geflüchtete kaum wahrgenommen. Die Debatten werden vom Islam, vom Islamismus und hierzulande auch von kirchlichen Sozialträgern geprägt. Regelmäßig lesen wir beispielsweise über die Situation verfolgter Christen; denn Christen haben eine Lobby. Auch Muslime, die von islamistischen Extremisten bedroht werden, haben eine Lobby. Säkular eingestellte Geflüchtete haben diese Lobby bislang nicht.

Mit einer säkularen Flüchtlingshilfe wird den religionsfreien Geflüchteten nun eine Stimme gegeben. Sie finden Ansprechpartner. Kirchen- und Moscheegemeinden laden immer auch in ihre abgeschlossenen Parallelwelten ein. Das tun säkular eingestellte Menschen zwangsläufig nicht. Säkulare Flüchtlingshilfe integriert direkt in die offene Gesellschaft. Seien Sie ein solcher Ansprechpartner! Säkulare Helfer begleiten zu Ämtern, helfen bei der Job- und insbesondere bei der Wohnungssuche. Sie sammeln Spenden, um traumatisierte Geflüchtete zu unterstützen, oder finden fachlich qualifizierte Berater (Anwälte, Ärzte) sowie Geld- und Sachspender.

Der Erfolg gibt den Säkularen Flüchtlingshilfen recht, die sich an immer mehr Orten gründen. Interessierte finden Ansprechpartner bei der Säkularen Flüchtlingshilfe Deutschland mit Hauptsitz in Köln sowie bei den Regionalgruppen in Stuttgart und München, aber auch hier bei der Humanistischen Initiative. Machen Sie mit! Religionsfreie Menschen sind nun auch in ihrem Engagement nicht mehr allein.

Erfahren Sie, was säkulare Geflüchtetenhilfe im Einzelfall bedeuten kann. Sehen und hören Sie den eindringlichen Redebeitrag von Stefan Paintner von der Säkularen Flüchtlingshilfe Köln unter diesem Link.

Jan-Christian Petersen

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